Französische Weinanbaugebiete

Frankreich ist sicher eines der bekanntesten Weinbauländer, wenn nicht sogar das bekannteste überhaupt. Frankreich und Wein werden vielfach in einem Atemzug genannt. Vor allem Weine wie die Bordeaux-Weine, Rebsorten wie Chardonnay, Merlot, Cabernet Sauvignon oder auch die Burgundersorten haben den Ruf und das Renommée Frankreichs als Weinland begründet und seit Jahrhunderten hält dieser Ruf an und wieder weiter gestärkt durch immer neue und hervorragende Weine und Weinjahrgänge.

Dank des zum Teil mediterranen Klimas und der ausgesprochen Rebenfreundlichen Böden ist in Frankreich in vielen Regionen der Weinbau möglich und wird hier seit griechischer, nicht erst seit römischer Zeit, wie etwa in Deutschland, betrieben. Begonnen wurde der Weinbau in Frankreich um das Jahr 600 v. Chr. als griechische Einwanderer in die Region um Marseille einwanderten und dort diese erste Stadt begründeten. Die nach ihnen kommenden Römer weiteten den Weinbau aus und legten den eigentlichen Grundstein für die bis immer weiter ausgebaute Weinbautradition Frankreichs.

Im Vergleich zu Deutschland werden in Frankreich nur selten sortenreine Weine verkauft. Die meisten französischen Weine sind aus mehreren Rebsorten verschnitten. Lediglich in den Anbaugebieten Elsass, Lothringen, Burgund und in einigen Teilen der Loire und der Rhône werden sortenreine Weine abgefüllt.

Die französischen Weine werden heute in vier Qualitätsstufen eingeteilt:

  1. AOC- bzw. AOP-Weine: das sind die besten Weine im Qualitätssystem. Etwa 40 Prozent der französischen Rebfläche sind dieser höchsten Qualitätsstufe vorbehalten. Das ideal dieser Weine ist es das Terroir, sprich die Herkunft deutlich widerzuspiegeln und die Tradition des örtlichen Weinbaus.
  2. VDQS-Weine: Weine höherer Qualität aus einem begrenzten Anbaugebiet, diese Bezeichnung entspricht in etwa der deutschen Bezeichnung QbA für Weine eines bestimmten Anbaugebiets
    Die Bezeichnung VDQS findet sich insbesondere in Lothringen, Burgund, Savoyen, Provence, im Loire-Tal, in Languedoc-Roussillon, in Südwestfrankreich und im Bereich der Côtes du Rhône.
  3. Vin de Pays bzw. IGP-Weine: hierbei handelt es sich um klassische Landweine. Die Weine stammen jeweils aus einer Weinbauregion, vor allem aus den Bereichen Pays d’Oc, Gascogne oder Val de Loire. Das IGP-Siegel gibt dem Winzer die Möglichkeit auch neue Rebsorten anzubauen, während bei AOC-Weinen die Rebsorte vorgeschrieben ist.
  4. Vin de Table, bzw. Vin de France: hierbei handelt es sich um einfache Tafelweine. Diese Weine haben keine genaue Herkunftsbezeichnung. Zumeist werden diese Weine aus verschiedenen Rebsorten und aus verschiedenen Anbauregionen zusammengeschnitten, so dass sie Jahr und Jahr einen gleichbleibenden Geschmack bieten können.

 

Liste der Weinanbaugebiete in Frankreich:

Beaujolais:

Historisch betrachtet gehört das Beaujolais Gebiet eigentlich zu Burgund, aber aufgrund seines ausgesprochen eigenen Weinstils ist es selbständig. Hier nördlich von Lyon im Département Rhône finden sich die Appellationen Beaujolais, Beaujolais Supérieur, Beaujolais-Villages, C^teaux du Lyonnais. Insgesamt zehn Appellationen dürfen die Bezeichnung Cru bzw. Grand Cru führen. Sie liegen am Nordrand des Beaujolais Gebietes und heißen Saint-Amour, Juliénas, Chénas, Moulin à Vent, Morgon, Chiroubles, Fleurie, Brouilly, Côte de Brouilly und Régnié.

Bordeaux oder Bordelais:

In dieser Weinbauregion, die vor allem für ihre trockenen und kräftigen Rotweine bekannt ist, finden sich ca. 3000 Weingüter (Châteaux) auf etwa 120.000 Hektar. Die qualitative Hierarchie entsteht hier durch ein differenziertes System von Appellationen und verschiedenen Klassifikationen . Die Lagen sind nicht entscheidend für die Qualität. Es existieren 50 Appellationen, hierzu zählen Bordeaux, Bordeaux Supérieur, Médoc, Haut-Médoc, Graves, Entre-Deux-Mers, Côtes de Bordeaux, Côtes de Bourg, Côtes de Blaye, Premières Côtes de Bordeaux, Côtes de Bordeaux, Côtes de Bordeaux Saint Marcaire, Côtes de Castillon, Côtes de Francs, Margaux, Moulis, Listrac, Saint-Julien, Pauillac, Saint-Estèphe, Saint-Émilion, Puisseguin-Saint-Émilion, Saint-Georges-Saint-Émilion, lalande-de-Pomerol, Fronsac, Canon-Fransac, Pessac-Léognan, Sauternes, Barsac, Cérons, Cadillac, Loupiac, Saint-Croix-du-Mont sowie Saint-Foy-Bordeaux. 80 Prozent der hier angebauten Weine sind Rotweine. Zur Weinbauregion Bordeaux zählen Médoc, Entre-Deux-Mers, Libournais, Blayais, Bourgeais und Graves. Die zum Weinbaugebiet Bordeaux zählenden Lagen befinden sich im Département Gironde.

Burgund:

In Burgund ist die Lage des Weinbergs, das Terroir, der entscheidende Faktor der Klassifikation eines Weines. Regionale Appellationen in Burgund sind: Bourgogne, Bourgogne Aligoté, Crémant de Bourgogne, sowie Bourgogne Passetoutgrains und Bourgogne Grand Ordinaire. Hinzu treten noch spezielle Appellationen wie Bourgogne Hautes Côtes de Beaune, Bourgogne Haute Côtes de Nuits, Bourgogne Côtes Chalonnaise und Bourgogne Côtes d’Auxerre. Aufgeteilt ist das Weinbaugebiet Burgund in sechs einzelne Gebiete: Chablis, Côtes d’Auxerre, Côtes de Nuits, Côtes de Beaune, Côtes Chalonnaise, M^connais und Beaujolais. Innerhalb dieses französischen Weinbaugebietes finden sich so bekannte und berühmte Städte wie Dijon und Mâcon. Die wichtigste Rebsorte Burgunds ist ganz eindeutig der Pinot Noir (36% der bestockten Fläche), der in Deutschland unter der Bezeichnung Spätburgunder angebaut wird.

Champagne:

Das Weinanbaugebiet Champagne ist nicht zu verwechseln mit der Region Champagne-Ardenne oder auch der historischen Landschaft der Champagne, denn eine nicht kleine Zahl der Weinberge liegt in den Regionen Île-de-France und Picardie. Das Weinanbaugebiet umfasst ca. 34.000 Hektar und nur hier in den fünf Départements Marne, Aube, Ausne, Haute-Marne und Seine-et-Marne darf der weltberühmte Champagner, der klassischerweise aus den drei Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Meunier (Müllerrebe oder Schwarzriesling) besteht, angebaut werden. Zusätzlich ist in der Champagne der Anbau von Pinot Blanc (Weißburgunder), Petit Meslier, Arbane und Pinot Gris (Grauburgunder) teilweise erlaubt. Das Weinbaugebiet der Champagne ist in sechs Großregionen gegliedert, die wiederum in 20 kleinere Regionen zerfallen, hierzu zählen die Großregion Montagne de Reims mit der Région d’Ecueil, Région de Chigny-les-Roses, Région de Verzenay, Région de Trépail (Nogent de l’Abbesse) und der Région de Bouzy (Ambonnay), die Großregion Vallée de la Marne mit Grande Vallée de la Marne, Région d’Épernay, Vallée de la Marne rive droite, Vallée de la Marne rive gauche, Région de Condé-en-Brie, Région est de Château-Thierry, Région ouest de Château-Thierry, die Großregion Côte de Blancs, die nicht unterteilt ist, die Großregion Morin et Grand Morin mit der Région de Congy-Villevenard und der Région de Sézanne, die Großregion Côte de Champagne mit der Région de Voitry-le-François und die Großregion Côte des Bar mit den Regionen Bar Séquanais und Bar-sur-Aubois.

Elsass:

Das Elsass ist berühmt für seine Rieslinge, Gewürztraminer und Muskatweine. Hier in dieser historisch stark deutsch geprägten Region existieren die Appellationen Vin d’Alsace, Alsace Grand Cru, Crémant d’Alsace und Klevener de Heiligenstein.

Est (Lothringen):

Wie der Name schon vermuten lässt, liegt die Weinbauregion Est ganz im Osten Frankreichs, genauer gesagt in Lothringen in den Départements Moselle und Meurthe-et-Moselle. Sie wird unterteilt in die Côtes de Moselle rund um Metz und die Côtes de Toul. Angebaut werden in diesem Weinbaugebiet vor allem Auxerrois, Gewürztraminer, Pinot Gris und Pinot Noir.

Jura:

Auch die Weinbauregion Jura liegt im Osten Frankreichs und grenzt an die Schweiz. Hier werden vor allem seltene und für Frankreich ungewöhnliche Rebsorten angebaut wie etwa Poulsard, Trousseau, Savagnin und Béclan. Das Weinabaugebiet des Jura zerfällt dabei in die Appellationen Arbois, Côtes du Jura, l’Étoile und Château-Chalon.

Korsika:

Korsika ist die Weinbauregion Frankreichs in der traditionell Tafelweine angebaut werden. Die Appellation Vin de Corse existiert erst seit dem Jahr 1976.

Languedoc-Roussillon:

Das Weinanbaugebiet Languedoc ist das größte Weinanbaugebiet Frankreichs und umfasst eine bestockte Rebfläche von ca. 290.000 Hektar. Es gliedert sich in insgesamt 20 Appellationen: Blanquette de Limoux, Blanquette méthode ancestrale, Crémant de Limoux, Limoux, Cabardès, Clairette du Languedoc, Corbières, Coteaux du Languedoc, Faugères, Fitou, Minervois, Minervois-la-Livinière, Malepère, Muscat de Lunel, Muscat de Frontignan, Muscat de Mireval, Muscat de Saint-Jean-de-Minervois, Picpoul de Pinet, Saint-Chinian und Terrasses du Larzac.

Loire:

Die Region Loire ist nicht nur berühmt für ihre Schlösser sondern auch für ihre Weine. Unterteilt wird das Weinanbaugebiet Loire in Pays Nantais, Anjou-Saumur mit Anjou, Bonnezeaux, Saumur und Savennières, Tourraine mit Bourgeuil, Chinon und Vouvray und Sancerre.

Provence:

Die Provence hat nicht nur Lavendel zu bieten, sondern auch hervorragende Weine, die zwischen Avignon und den Seealpen entstehen. Dabei ist das Weinbaugebiet Loire in vier Appellationen unterteilt: Coteaux d’Aix-en-Provence, Coteaux de Pierrevert, Coteaux Varois en Provence und Côtes de Provence. Hinzu treten fünf lokale Appellationen mit den Bezeichnungen Bandol, Bellet, Cassis (Bouches-du-Rhône), Les Baux-de-Provence und Palette. Erzeugt werden hier vor allem Roséweine, aber auch Weißweine aus dem Rebsorten Clairette Blanche und Marsanne Blanche.

Rhône:

Das Weinanbaugebiet der Rhône ist geprägt von Gegensätzen, denn während im nördlichen Teil Steillagen die Landschaft beherrschen und kräftige und eigenwillige Weine erzeugt werden, ist der südliche Teil vom mediterranen Klima geprägt und so entstehen feine und körperreiche Weine. Unterteilt wird das Weinbaugebiet in die Appellationen Château-Grillet, Condrieu, Cornas, Côte-Rôtie, Crozes-Hermitage, Hermitage, Saint-Joseph, Châteneuf-du-Pape, Gigondas, Lirac, Tavel, Vacqueyras, Beaumes-deVenise, Vinsobres, Rasteau, Côtes-du-Rhône, Côtes du Rhône Villages, Coteaux du Tricastin, Côtes du Ventoux, Côtes du Luberon und Côtes du Vivarais.

Savoyen:

Im Weinanbaugebiet Savoyen entstehen vor allem Weißweine. Aufgeteilt wird dieses über 2.000 Hektar große Anbaugebiet in die Bereiche Bas Chablais am Südufer des Genfersees, das Tal der Arve, das linke Ufer der Rhône, die Montagne du Chat, Cluse de Chambéry und Combe de Savoie.

Sud-Ouest:

Mit mehr etwa 15.000 Hektar bestockter Rebfläche ist das Weinanbaugebiet Sud-Ouest sehr groß und umfasst sehr unterschiedliche Regionen. Die hier existierenden Appellationen sind Bergerac, Monbazillac, Montravel, Pécharmant, Saussignac, Buzet, Béarn, Cahors, Côtes du Brulhois, Côtes de Duras, Côtes de Millau, Côtes du Marmandais, C^1otes de Saint-Mont, Côtes du Frontonnais, Vins d’Entraygues et du Fel, Vins d’Estaing, Gaillac, Irouléguy, Jurançon, Lavilledieu, Madiran, Marcillac, Pacherenc du Vic-Bilh und Tursan. In den letzten Jahren werden vor allem die Weine der Gascogne immer beliebter und berühmter. Waren sie einst eher Massenweine, so mausern sie sich inzwischen zu sehr hochwertigen Weinen. Hinzu kommt, dass in der Region Gascogne vor allem Weißweine angebaut werden.